Techniken – Beispiele


Manipulation kennenlernen + erkennen

1. In der Kommunikation nach außen:

Prinzip der Gegenseitigkeit: Wenn ich etwas geschenkt bekomme, bin ich eher bereit auch etwas zu geben. Beispiel – Restaurant: Die Bedienung legt der Rechnung eine Schokolade bei. In den meisten Fällen fällt das Trinkgeld dann höher aus.

Eine Ergänzung kann sein, der Rechnung außerdem ein Datenblatt zum Ausfüllen beizulegen, um eine Bewertung abzugeben. Als Dankeschön-Geschenk dafür gibt es ein kostenloses Essen zum Geburtstag. 

Emotionen: Beispiel Sportgeschäft: „Die Verletzungsgefahr bei einem günstigen Ski-Schuh ist einfach größer!“ … „Sie wissen schon, im Normalfall ist der Schuh wesentlich teurer!“

Druck aufbauen im Mitarbeitergespräch, wenn der Mitarbeiter zu viele Forderungen hat: „Überlegen Sie sich doch bitte bis Montag, ob Sie überhaupt in dieser Firma weiterarbeiten wollen.“

Knappheit suggerieren: „Dieses Angebot gilt bis Freitag, 18.00 Uhr!“ … „Von der Ware habe ich nur noch fünf Stück auf Lager!“

Freundschaftliches Umfeld schaffen, Loben, Spiegeln von Körpersprache bzw. Meinungen: „Mir geht es ganz genauso“ … „Ich verstehe Sie gut“ … „Ich hatte ein ganz ähnliches Erlebnis“ … „Sie haben das toll gemacht!“ … „Wahnsinn, wie Sie das immer hinbekommen!“ … „Ohne Sie sind wir aufgeschmissen!“

Namen nennen: Die meisten Menschen lieben es, ihren Namen zu hören. Das schafft Vertrauen. „Hallo Herr Maier, nehmen Sie doch bitte Platz!“ … „Schauen Sie Herr Müller, ich zeige Ihnen unser neues Prospekt!“

Der Autoritätstrick: Wir kaufen unserem Gegenüber viel eher etwas ab, wenn es von einem Prof. Dr. Dr. oder einer besonderen Persönlichkeit als spitze befunden und gekauft wurde.

Die Wahl lassen: „Möchten Sie lieber ein grünes oder ein rotes Teil mitnehmen?“ Ich unterstelle mit dieser Frage automatisch, ein Teil mitzunehmen. Das zuletzt genannte Teil wird zudem von den meisten Menschen favorisiert.

U.v.m.: Reziprozität; Sympathie; Autorität; Knappheit, Commitment und Konsistenz.

2. In der Selbstkommunikation:

Verankerte alte Glaubenssätze + Konditionierungen: „Das schaffe ich nicht!“ … „Das kann ich so nicht machen!“ … „Was sollen denn die anderen über mich denken?“

Antrainierte negative Denkweise: Sich hauptsächlich auf Themen und Dinge konzentrieren, die nicht gut laufen.

Autoritäts-/Abhängigkeitsmanipulation: Ich glaube der Kritik anderer über mich und/oder gebe der Meinung anderer einen hohen Stellenwert. 

Praxisbeispiele:

Tatort MANIPULATION

Eine junge Frau (35 J.) kommt zu mir ins Führungskräfte-Coaching – weinend, ihr Selbstbewusstsein am Boden zerstört. Was war passiert? Bis dato seit Jahren mit Herz und Seele in derselben Firma. Selbstbewusst, engagiert und mit dem festen Willen, in der Firma voranzukommen und Karriere zu machen. Sie hatte sich um einen Filialleiterposten (Filiale 25 Mitarbeiter) beworben. Da ihr Zusatzstudium noch nicht ganz beendet war, bekam sie den Stellvertreterposten. Die Filialleitung erhielt ein Kollege. Die junge Frau hat eine unglaubliche Ausstrahlung, großes Engagement sowie Ehrgeiz und wird von den Kunden geliebt.

Plötzlich aber sackte ihr Selbstbewusstsein in den Keller, sie traute sich nichts mehr zu. Wir analysieren. Im Coaching wird deutlich, wie ihr Vorgesetzter sie systematisch manipuliert hatte. Ihr war das so gar nicht bewusst.

Daher war es für sie ganz wichtig, dies zu erkennen, denn sie machte das an ihrer Person fest. Ich vermute der Kollege/Vorgesetzte hatte Angst vor ihrer Stärke und auch davor, seinen Posten zu verlieren.

Immer wenn sie mit einem Anliegen zu ihm kam, wurde er laut und stand auf. In Team-Meetings denunzierte er sie öffentlich usw.

Das Bewusstmachen und Erkennen dessen ist der erste wichtige Schritt.

Im Anschluss daran bekommt die junge Frau von mir gezeigt, wie sie passend reagieren kann. Das Gute daran: Sie wird ihren Aufgaben gestärkter als je zuvor nachgehen. Denn die Erfahrung und Kenntnisse daraus lässt sie in ihrer Persönlichkeit wachsen und sie reif machen für eine Führungsposition.

P.S.: Die Geschäftsleitung hat inzwischen von den Machenschaften erfahren und entschieden, dass ein solcher Filialleiter nicht zur Unternehmens-Philosophie passt.

TEAMLEITERIN FINANCE (42 J.) aus einem großen Unternehmen

„Wissen Sie Frau Suckrau, wenn du nach 10 Jahren dein Team, dass wie eine Familie für dich geworden ist, abgeben musst, ist das wie ein kleiner Weltuntergang.“ Aufgrund einer Umstrukturierung bekam die Teamleiterin ein neues Team zugeordnet. Die alte Teamleiterin, kurz vor der Rente, war übergangsweise noch da – genau diese Situation führte zu extremen Problemen. Die „NEUE“ war unsicher und traurig und die ALTE der Kapitän, der nicht loslassen wollte und für viel Hetzerei und Unruhe im Team sorgte.

Durch vertrauensvolle Gespräche mit den einzelnen Mitarbeitern und einer klaren Positionierung der neuen gegenüber der alten Teamleiterin konnte die Situation entzerrt werden. Die Mitarbeiter mussten erst Vertrauen aufbauen. Die alte Teamleiterin musste loslassen und IHR Team in neue Hände abgeben. Vor Kurzem habe ich sie zufällig getroffen. Sie genießt jetzt ihren wohlverdienten Ruhestand. Und das Team? Es ist zusammengewachsen. Alles braucht eben seine Zeit.   

Seit GENERATIONEN im Familienbesitz

Der Besitzer eines alt ehrwürdigen Hauses trifft eine wichtige Entscheidung. Der Junior übernimmt das ehrwürdige Hotel aus dem Familienbesitz. Restaurant und Hotelbetrieb, seit Generationen hatte dies Tradition. Der Junior merkt bald, dass das Hotel nach wie vor große Erfolge feiern kann, er aber immer mehr an den Rand seiner Kräfte kommt. Es gibt kein Privatleben mehr sondern nur noch das Hotel. In dieser Situation wendet sich der Besitzer an mich. In einem Coaching wird deutlich, dass eine zeitgemäße Änderung vorgenommen werden muss, denn das Familienerbe aufzugeben war keine Option. Nach ein paar gemeinsamen Gesprächen, Recherchen und Abwägen hat sich der Hotelier dafür entschieden aus dem Hotel ein Frühstückshotel zu machen. Vor kurzem habe ich ihn wieder besucht. Er ist ein anderer Mensch geworden, zufrieden und glücklich, hat auch Zeit für seine Hobbies und vor allem auch für seine Familie. Heute weiß er genau, er hätte seine Familie verloren und seine Gesundheit. Und das Hotel? Läuft mega, das Klientel hat sich geändert. Heute kommen Besucher, die Wert auf Natur und auf die Ruhe legen, die man in diesem wunderschönen Hotel finden kann. Tja, wir können nicht alles alleine sehen, manchmal braucht es eine Sichtweise von außen.

 

Vita und Angebot als Scrollytelling: https://spark.adobe.com/page/hh3pvHqSgqDwu/